„Warum tue ich mir das überhaupt noch an?“

17. November 2021, 16:29 Uhr

Ist die Uhr in den C-Ligen bezgl. Schiedsrichteransetzungen noch umkehrbar?

In den Kreisligen C war es in der Hinrunde ein viel diskutiertes Thema, das Spieltag für Spieltag besprochen wurde. Das fehlen von Schiedsrichtern bei den Meisterschaftsspielen in der untersten deutschen Fußballliga. Der angedachte Vereinsdialog, den der FLVW Höxter mit den Vereinen durchführen wollte, ist wegen zu geringer Resonanz angesetzt und verschoben worden auf das 2022. Wir haben und zu dieser Thematik einige Stimmen von Trainern und Spielern aus den Vier-C-Ligen eingeholt, wie die Stimmungslage ist und mögliche Lösungsansätze aussehen können und wo die Zuständigkeit liegt, hier für Abhilfe zu sorgen, bei den Vereinen oder dem FLVW.

Steffen Schwichtenberg , Trainer des FC Großeneder/Engar II

Steffen Schwichtenberg

Das ist meiner Meinung nach sehr schwer zu beantworten, vor allem die Zuständigkeitsfrage.
Sobald kein Schiedsrichter angesetzt ist, bedeutet es zuerst einmal für uns als Trainer einen freiwilligen zu finden, der die Leitung des Spiels übernimmt und darum reißen sich die Mitglieder des Sportvereins oder Zuschauer wahrlich nicht. Wenn man dann wen gefunden hat, kann der "Unparteiische" in vielen Spielsituationen nur "falsch" entscheiden. Entsteht zum Beispiel eine strittige Situation und man entscheidet für seine Mannschaft, fühlen sich die Gegner logischerweise benachteiligt. Andersrum sind die eigenen Kollegen angefressen, sobald man in so einer Situation für den Gegner entscheidet.


Natürlich klappt das bei manchen Spielen, aber oftmals ist der Schiedsrichter dann nicht der Unparteiische, der er sein sollte, da zum Beispiel die vorhin genannten Faktoren mit in die Entscheidungen einfließen, was bei offiziell angesetzten Schiedsrichtern (meistens) nicht der Fall ist. Jemand, der 1-2 Spiele im Jahr provisorisch pfeift hat natürlich auch nicht die Erfahrung und Übung, sodass ihm das Spiel quasi aus den Händen gleitet und nur noch hitziger wird.

Man kann nicht einfach sagen, die Vereine sollen sich um Schiedsrichter kümmern, genauso wenig wie es der FLVW kann. Da muss vielleicht ein Konzept vom FLVW ausgearbeitet werden, wo die Vereine involviert sind und auch jeder Verein mitmacht. Aber ganz so einfach ist es ja dann auch nicht. Ich finde nur, man kann nicht einfach eine Seite dafür verantwortlich machen.
An dieser Stelle möchte ich mich auch nochmal bei allen Schiedsrichtern bedanken, die uns ermöglichen, unserem Hobby nachzugehen, auch wenn es teilweise ein sehr undankbarer Job ist. Für meine Mannschaft und auch alle anderen C-Liga Mannschaften hoffe ich, dass bald eine Lösung gefunden wird. Bis dahin "Gut Kick".

Julian Nolte, Spieler SV Bergheim II

Wir hatten diese Saison noch keine großen Probleme damit, Spiele ohne Schiedsrichter zu spielen. Klar gibt es dort immer andere Ansichten der Mannschaft. Aber bisher liefen bei uns fast alle Spiele ruhig ab, bis auf eins, dort hat ein verletzter Spieler gepfiffen, ein verletzter Spieler hat meiner Ansicht nichts auf dem Platz als Schiedsrichter zu suchen.


Schiedsrichter zu finden ist noch schwieriger, als jede Woche 11 Spieler in der Kreisliga C zu bekommen bzw. auf dem Platz stehen zu haben. In der heutigen Zeit möchte ich kein Schiedsrichter sein. Teilweise stehen Menschen im Alter von 60 Jahren auf den Platz und werden von allen Seiten angemeckert. Man sollte froh sein, wenn man noch einen Schiedsrichter bekommt.

Wir im Verein unterstützen uns schon dabei, mindestens immer eine Person zu stellen, die pfeifen kann. Wer und wie genau Abhilfe schaffen kann/muss, dahinter steht ein großes Fragezeichen. Beide Seiten machen genug Werbung dafür, aber wenn sich niemand bereit erklärt, dieses zu machen, wird es schwer, neue Schiedsrichter zu finden.

Fabian Schamber, Trainer TuS Vinsebeck II

Fabian Schamber

Ich hatte mich für den Workshop angemeldet und fand es daher schade, dass er abgesagt wurde. Ich sehe hier ein Versäumnis der Vereine. Wir waren in der Hinrunde vom Schirimangel betroffen und haben teils sehr negative Erfahrungen gemacht, daher wollten wir diese Möglichkeit nutzen.


Vielleicht müsste man die Strafen bei Nichtstellung von Schiedsrichtern erhöhen, da Vereine, die mit der ersten oder zweiten Mannschaft in der C-Liga vertreten sind, das Ausmaß bislang noch nicht selber spüren mussten. Der Blick in andere Sportkreise zeigt hier Möglichkeiten auf, z.B. müssen diese Vereine Betreuer für die C-Liga als externe Schiedsrichter stellen. Ich persönlich war früher als Spieler und Trainer nicht immer der leiseste auf dem Platz, jedoch hat auch hier mit der Zeit ein Umdenken stattgefunden. 

Jeder kann sich selbst einmal an der Pfeife versuchen und wird sehen, wie schwer unsere Sportkameraden es jeden Sonntag haben. Daher hätte ich auch kein Problem damit, wenn die Gelder fürs Pfeifen erhöht würden.

Marvin Dirks, Trainer SV Hohenwepel

Marvin Dirks

Ein wirklich großes Problem! Jede Mannschaft möchte natürlich gerne einen neutralen Schiedsrichter haben, um so etwas wie es vor Kurzem erst in Steinheim passiert ist zu vermeiden. Wenn man so einen Bericht ließt, ist man einfach nur noch fassungslos. Ob es sich wirklich so zugetragen hat oder nicht, wird hoffentlich geklärt und angemessen bestraft. Wer stellt sich denn noch bei solchen Ereignissen auf den Sportplatz und leitet ein Spiel. Ich sehe jeden Beteiligten in der Pflicht. 

Nicht nur die Vereine und den FLVW, sondern auch die Trainer und Spieler. Man muss die Schiedsrichter viel mehr respektieren und genauso die Entscheidungen, die sie treffen! Egal wie die eigene Meinung dazu ist. Darüber kann man sich nach dem Spiel in aller Ruhe unterhalten.

Diejenigen, die sich nicht daran halten und den Schiedsrichter stattdessen beleidigen oder sogar Drohen, sollte man viel härter bestrafen. Sei es vom Verein oder vom FLVW.

Beleidigungen jeglicher Art, Drohungen und Gewalt haben einfach nix im Sport zu suchen. Wenn man das in den Griff bekommt und die Schiedsrichter mehr wertschätzt, wird es bestimmt den ein oder anderen mehr auf dem Platz geben.

Frank Zierau, Trainer SV Menne II

Frank Zierau

Ohne offizielle Schiedsrichter geht der Fußball kaputt. Ich sehe die Spiele ohne offiziellen Schiedsrichter als problematisch.
Ich habe vor jeden Respekt, der sich bereit erklärt, ein Spiel zu leiten. Aber leider wird dann auch nicht immer fair und mit Respekt ein Spiel geleitet. Was ich selber diese Saison schon erleben musste. Eine Auswärtsmannschaft ist immer in der Pflicht, einen SR zu stellen, was in den C-Ligen schon problematisch ist.


Ich selber, der jahrelang SR war, habe schon ein paar Mal meine eigene Mannschaft pfeifen müssen, was gar kein Spaß macht. Die Pflicht für Besserung der Problematik sehe ich bei den Vereinen. Aber auch leider beim ehemaligen SR-Vorstand, der viel kaputt gemacht hat. Mit der Meinung stehe ich leider nicht alleine da.
Die Vereine müssen mehr investieren und Werbung machen. Bei manchen Vereinen klappt es wunderbar und wird viel gefördert. Aber auch die Vereine beklagen immer mehr Spielermangel. Spielermangel und gleichzeitig SR finden, das klappt aus meiner Sicht nicht. Es gibt immer mehr Spielgemeinschaften.

Corona hat sein Teil dazu beigetragen, das viele Spieler im Lockdown gemerkt haben, das man sonntags auch was anderes machen kann.
Ich habe mit vielen ehemaligen und aktiven SR gesprochen, die auch sagen, dass man sich für die geringen Spesen und die Respektlosigkeit sich das nicht mehr antun möchte. Vielleicht wäre es ein Ansatz, die Sätze zu erhöhen, was Vereinen, wo kaum Zuschauern sind, Schmerzen würde.
Vielleicht sollte es Pflicht werden, dass Vereine ein bis zwei Personen stellen, die dann abwechselnd Spiele leiten. In der Regel wäre es entweder 2-mal im Monat bzw. 1-mal im Monat.
Zudem sollte es aber ein Schnellkurs seitens des SR Vorstandes über die Regeln geben. Damit ein Einwurf nicht als Abseits abgepfiffen wird. Leider kommt das häufiger vor.

Marc Körner, Trainer SV Alhausen/Pömbsen/Reelsen II

Marc Körner

Das ist ein sehr schwieriges, aber so wichtiges Thema. Erst mal kann ich alle Seiten verstehen, das es momentan sehr schwierig ist allen gerecht zu werden.
Muss aber dazu sagen, das es für uns Trainer/Vereine sehr schwierig ist, jemanden zu finden, der sich bereitstellt mal eben zu pfeifen erst recht, wenn es keine direkte Info gibt, sodass man immer darauf hoffen muss, dass Samstags der angesetzte Schiedsrichter noch eingetragen ist. Daher fand ich es leider schade, dass der Workshop nicht stattfinden konnte. Wobei ich auch sagen muss, das er für mich und vielleicht auch andere etwas unglücklich gelegt wurde, da am Samstagmorgen um 10 Uhr auch viele beruflich noch verhindert sind.


Zur Frage, ob die Vereine oder der FLVW für die Gewinnung zuständig ist, kann ich nur sagen, das beide dafür alles geben sollten dieses Problem zu lösen, weil ohne unsere Schiedsrichter/in kann auch der von uns geliebte Fußball nicht überleben.
Mein Vorschlag wäre das der FLVW und die Vereine dringend den Dialog suchen sollten und so gemeinsam ein Konzept erstellen sollten, wie wir in Zukunft diesen wunderbaren Sport aufrecht erhalten können.

Fabian Richter, Trainer SG Bühne/Körbecke II

Fabian Richter

Ich bin der Meinung, dass man keinen richtigen Wettkampf führen kann ohne Unparteiischen. Es ist jedes Mal suboptimal, wenn ein Team jemanden stellen muss, der pfeift.
Ich muss da einfach mal für die Schiedsrichter eine Lanze brechen und sagen, dass ich jeden verstehen kann, der keine Lust mehr hat zu pfeifen.

Ich denke, dass von Zuschauern immer mal wieder Kommentare und Rufe kommen ist eine Sache, die man nicht ändern kann.
Da ich sonntags aber auch neben unseren eigenen Spielen viel auf anderen Sportplätzen bin, muss ich sagen, dass das Verhalten einiger Trainer auch absolut nicht geht.

Wie die Schiedsrichter teilweise angegangen werden, ist für mich unverständlich. Gerade die Fluktuation bei den Schiedsrichtern sollte ein Zeichen dafür sein, dass man den Schiedsrichtern und Schiedsrichterinnen mehr Respekt entgegenbringen müsste. Als Trainer hat man einfach Vorbildfunktion und Punkt.

Eine Möglichkeit, um dem Problem entgegenzuwirken, wäre in meinen Augen der monetäre Punkt.
Der Aufwand muss sich einfach lohnen und ich glaube, es ist für alle Vereine tragbar, den Schiris mehr zu zahlen.
Gerade für jüngere wäre dort dann vielleicht ein größerer Anreiz da, Schiedsrichter zu werden und dann hoffentlich zu bleiben.

Julius Vössing, Spieler und im Vorstand beim SV Haarbrück/Jakobsberg

Dass die Zahlen der aktiven Schiedsrichter in den letzten Jahren rückläufig sind, ist leider nichts Neues. Die Gründe dafür finden ihren Ursprung meines Erachtens in mehreren Bereichen und können nicht nur auf die aktuelle Situation der Corona Pandemie zurückgeführt werden.


Vorfälle wie unnötige Diskussionen auf dem Feld mit Spielern, pöbelnde Fans oder Betreuer am Spielfeldrand oder im schlimmsten Fall körperliche Angriffe gegen einen Schiedsrichter nehmen immer weiter zu. Bundesweit, aber auch regional hört man immer wieder Meldungen, welche das Schiedsrichterbild in ein schlechtes Licht rücken. Mich wundert es daher nicht, dass junge Menschen vorab sagen, dass sie sich diese Aufgabe nicht zutrauen – oder auch gestandene Kollegen nach dem Pfeifen fragen: „Warum tue ich mir das überhaupt noch an?“.

Natürlich ist es richtig, solchen Vorfällen hinterher zu gehen und in Form einer Spruchkammersitzung oder Strafen die betroffenen Protagonisten zur Verantwortung zu ziehen. In meinen Augen müsste man das Problem aber schon im Ursprung behandeln und die Rolle des Schiedsrichters viel attraktiver gestalten, fördern und Rückhalt schenken. 

Denn erst, wenn man im Allgemeinen mit dem Wort „Schiedsrichter“ positive Attribute assoziiert, wird man es schaffen, regelmäßig Nachwuchs zu gewinnen. Die Voraussetzungen dafür sollte eine kontinuierliche Absprache zwischen den Vereinen und dem FLVW Kreis Höxter stellen. Wir hatten es diese Saison leider oft genug, dass erst ein Schiedsrichter für unser Spiel in der Kreisklasse C angesetzt wurde, dann doch aber verschoben wurde, weil in den höheren Spielklassen jemand ausgefallen ist. Dann direkt am Spieltag zu reagieren und einen Freiwilligen zu finden, gestaltet sich oft schwierig.
 
Natürlich ist mir klar, dass nicht jeder kleine Dorfverein die Möglichkeiten hat, einen oder mehrere Schiedsrichter zu stellen, dennoch sollte man zusehen, Schiedsrichter-Programme zu fördern.
Wege dafür gibt es sicherlich schon, warum diese also nicht ausweiten? Anreize könnten eine Erhöhung der Aufwandsentschädigungen oder Spritkosten sein, regelmäßig neue Ausstattung an Equipment, Ermäßigungen bei Reisen mit der Deutschen Bahn, Prozente für Sportgeschäfte etc.
Nicht zu vergessen, aber auch höhere Strafen der Störenfriede, damit sich jeder direkt über die Konsequenzen seines Handels im Klaren ist.

Wichtig ist nur, dass sich etwas tut – Wenn man dieses Thema nicht mit einer gewissen Ernsthaftigkeit behandelt, will ich mir nicht ausmalen, was das für Auswirkungen auf unseren Sport hat. Ich will noch einmal betonen, dass ich meinen Hut vor jedem ziehe, der dieses Amt ausübt und bin dankbar über jeden angesetzten offiziellen Schiedsrichter bei unseren Spielen.
Fehlentscheidungen seitens des Offiziellen kommen in Spielen immer wieder mal vor, diese macht aber auch jeder andere auf dem Platz.
Bevor man also anfängt, dumme und unüberlegte Sprüche in Richtung des Schiedsrichters zu werfen, lieber einmal kurz Luft anhalten, nachdenken und sich den Kommentar sparen. Gerade das kann konditionell auch in der Kreisliga C den Unterschied machen. Sachliche und fachliche Reflektionen nach dem Spiel sind meistens zielführender als alles andere.

Simon Krull, Trainer SG Dalhausen/Tietelsen-Rothe II

Wir hatten uns als Verein angemeldet, aber ich glaube, diese Entwicklung lässt sich für die C-Ligen nicht mehr umkehren. Dazu würde es eine riesen Kraftanstrengung benötigen. Die Entwicklung bei den Schiedsrichtern ist ja nicht anders als bei den aktiven Spielern selbst. Wir wohnen auf dem Land. Immer mehr Vereine habe auch Probleme, den Spielbetrieb aufrecht zu erhalten. 


Wieso sollte das bei den Schiedsrichtern anders sein. In der C-Liga sehe ich da persönlich auch kein Problem. Da spielen die meisten just for fun. Da sollte es möglich sein mit einem "neutralen" Schiedsrichter, der die Regeln etwas kann und mit genug Verstand der Mannschaften auch so gut über die Runden zu kommen. Da müssen auch die Trainer auf ihre Mannschaften einwirken. Viele Spieler selbst kennen ja nicht mal alle Regeln. 

Ich muss sagen, das hat bei uns diese Saison bei fast allen Gegnern super geklappt. Fehler passieren auch jedem normalen Schiedsrichter und da muss man dann einfach drüber stehen und nicht wild beleidigen oder meckern. Wer will das schon Woche für Woche haben. Für die Besetzung in der C-Liga wünsche ich mir nur ein paar klare Richtlinien, die man in einem solchen Workshop auch besprechen könnte. Für alle Ligen darüber hoffe ich, dass es gemeinsam gelingt, ein paar Schiedsrichter zu finden, dazu müssen aber alle mitziehen. Angefangen mit einem respektvollen Umgang miteinander, dass der Schiedsrichter auch Spaß an der Sache haben kann.

Benjamin Begemann, Trainer Spvg Rolfzen/Sommersell/Entrup

Benjamin Begemann

Ich finde, man muss zwischen zwei Punkten unterscheiden: einmal die Situation, dass es zu wenig Schiedsrichter gibt und einmal, wie man wieder an mehr Referees kommt und wer dafür zuständig ist. 


Zu dem zweiten, von mir genannten Punkt sollte, ohne dass es zwanghaft erscheint, jeder Verein, grade die, die mit fehlenden Schiedsrichtern schon negative Erfahrungen gemacht haben, überlegen, ob sie sich nicht mit in die Verantwortung reinnehmen wollen, für mehr Unparteiische zu sorgen. Auf Menschen zugehen und Gespräche suchen ist immer ein guter Weg. Jeder Verein hat jährlich Spieler oder ehemalige Spieler, die eine Grunderfahrung im Spiel und deren Regeln haben, die allerdings aus Altersgründen beispielsweise nur noch aushelfen oder gar nicht mehr spielen.

Vielleicht sollte man denen diesen Gedanken der fehlenden Schiedsrichtern nahelegen. Natürlich bedarf es dann, auf anderen Plätzen zu pfeifen, seinen Verein unter Umständen an dem Wochenende nicht zuschauen zu können. Aber auch da kann es unterschiedliche Lösungen von Verein zu Verein geben. Keine langen Fahrten zu fremden Plätzen beispielsweise. Jeder Verein könnte seinem Schiri für die Mühen und Umstände auch eine kleine Prämie pro halbes Jahr zahlen, zusätzlich zu dem was sie bekommen, wenn sie pfeifen.

Wir selbst zum Beispiel haben in den letzten Monaten wirklich versucht, einen Schiedsrichter zu aktivieren. Natürlich ist dies nicht immer einfach von heute auf morgen. Aber wir machen weiter und wollen es zur nächsten Saison umsetzen!
 
Zu all dem, was Vereine tun können, sollte man den Verband nicht außen vor lassen. Am Ende ist der Grundstein das Fußballspielen! Dort geht es um Gemeinschaft. Genau eine solche Zusammenarbeit und Unterstützung sollte es zwischen Vereinen und Verbänden geben. Der Verband müsste ebenso wie die Vereine nach einem Lösungsweg suchen. Am besten so, dass es viele Parallelen zu den Wegen der Vereine gibt. So kann das "Hand in Hand" wachsen und alle zusammen kommen aus der Situation raus.
Zum ersten von mir genannten Punkt, kann ich nur sagen, dass ich die Vereine, die sich über negative Auswirkungen aufgrund der Situation geäußert haben, verstehen. Ein Schiedsrichter ist nicht nur ein wichtiger Bestandteil Teil des Spiels, sondern nimmt den gegeneinander antretenden Mannschaften etwas von den Schultern, sodass das Spiel mehr lebt, als dass es zu Diskussionen kommt.

Eins muss jedoch jedem Sportsmann klar sein. Sollte sich die Situation wieder zu einer positiven Resonanz entwickeln und alle Spiele unter den Augen eines Schiedsrichters geleitet werden, so muss diesen Leuten nicht nur ein gewisser Grundrespekt entgegengebracht werden, sondern auch Anerkennung und Dankbarkeit. So schön die Emotionen auf dem Feld sind, und es sind die schönsten, muss es für jeden einzelnen von Bedeutung sein, Grenzen im Verhalten gegenüber Unparteiischen geben!

Yannik Gelhaus, Spieler SV Dringenberg II

Yannik Gelhaus

So, wie auf den Sportplätzen teilweise mit Schiedsrichtern umgegangen wird, darf man sich nicht wundern, dass keiner mehr den Job des Schiedsrichters machen möchte. Da steht jeder Einzelne in der Verantwortung, ob Zuschauer, Spieler oder die Vereine. Deshalb gestaltet es sich mehr als schwierig, diesen Job für neue Leute attraktiv zu machen.
Da kann auch der FLVW keine Schiedsrichter aus dem Boden stampfen. Vereine, die am Spielbetrieb teilnehmen wollen, sollten im Verhältnis zur Anzahl ihrer Mannschaften eine gewisse Anzahl an Schiedsrichtern stellen und falls es diesen Vereinen nicht gelingt, dürfen sich diese nicht wundern, wenn ihre Spiele ohne Schiedsrichter angesetzt werden.

Michael Franke-Wieneke, Trainer TuS Willebadessen II

Michael Franke-Wieneke

Ich sehe dort alle in der Pflicht, um dort Abhilfe zu schaffen. Nur wenn man als Verein zwei Schiedsrichter nennt, die es wieder angehen würden, und die Leute, die dafür verantwortlich sind, kümmern sich nicht darum, ja dann weiß ich nicht, was man als Verein noch alles machen soll. 

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