Kommentar

NLZ´s dürfen trainieren - Amateure schauen in die Röhre

27. Februar 2021, 17:06 Uhr

Es ist eine spannende Entscheidung, welche die Politik hier für sich entschieden hat. Seit letzter Woche ist klar, ein NLZ darf trainieren. Nein, nicht nur die "Profis", auch die, die noch wirklich alles vor sich haben. Selbst E-Juniorenspieler der Nachwuchsleistungszentren dürfen seit dieser Woche in voller Stärke trainieren. Während die Amateure Angst haben müssen einen Fehler zu machen, auf Abstand achten müssen, mit einem einzigen trainieren dürfen, keine Zweikämpfe haben können, ist für Kinder/Spieler der NLZ alles wieder völlig normal.

Eines möchte ich klar sagen und unterstreichen. Dieser Kommentar und diese Kritik richtig zu 0% gegen die NLZ´s, aber zu 100% gegen diese einsame Entscheidung und Richtung der Politik. Vereine die wirklich alles für ihre Junioren machen, ob in Landesligen oder Kreisligen, Jugendspielgemeinschaften, die unglaublich viel Energie opfern, um ihre JSG´s zu koordinieren, aber vor allem am Leben zu halten, wir alle sind also scheinbar eine Gefahr und ein Sicherheitsrisiko. Anders ist diese Entscheidung nicht zu erklären. Seit März 2020 haben wir warten müssen, durften im Mai wieder trainieren und haben unglaublich viel Geld, Zeit, Leidenschaft und Aufwand investiert, um zunächst einen Trainingsbetrieb und dann eben einen Spielbetrieb zu ermöglichen.

Dieses alles im Ehrenamt. Vorstände die Zeit, noch mal Zeit und noch mehr Zeit investiert haben, einzelne Personen, die die totale Verantwortung als "Corona-Beauftragte" auf sich genommen haben, aber scheinbar alles für die Katz. Amateurvereinen, aber auch "Amateurkindern" (Spieler/Spielerinnen), wird scheinbar kein ordentliches Verhalten zugetraut.

Anders ist so eine Entscheidung nicht zu erklären, wenn selbst E-Juniorenspieler eines NLZ trainieren dürfen, alle anderen aber nicht. Was ja auch und man darf es ja nicht vergessen, nun dazu kommt: Es gibt ja nun wirklich zwei unfassbar und unverständliche Dinge, die hier nun eintreten:

Geschwisterkinder, die vielleicht ein Jahr oder zwei Jahre getrennt sind. Egal ob älter oder jünger. Das Kind, welches nicht im NLZ spielt, ist ein Sicherheitsrisiko, das gleiche Kind, am gleichen Tisch nicht.

Sportlich wird es ebenfalls spannend: In dem Fall trifft es ja sogar uns auch: Wir gehen mal davon aus das es wirklich so kommt, man kann eine Rückrunde zu Ende spielen. Wie stellt man sich hier dann die Wertung vor?

Die B-Junioren Landesliga hat 14 Vereine - 12 davon sind kein NLZ, aber sicher alle 12 Vereine bemüht, engagiert, voller Energie hier alles zu ermöglichen und diese sind ein Sicherheitsrisiko und dürfen noch nicht trainieren. Die beiden anderen Teams aber schon und diese sind dann voll im Soll, voll im Saft. Wie soll hier für die anderen zwölf Teams noch ein fairer Wettbewerb stattfinden?

Und noch mal möchte ich ganz persönlich unterstreichen: Es ist Klasse das hier trainiert werden darf, toll für die Kinder der NLZ. Aber was ist mit dem Rest liebe Politik? Mit den Kreisligisten, die Jahr für Jahr alles geben, kämpfen, großen Aufwand auf sich nehmen? Mit den Teams, die in den oberen Ligen spielen?

Wie soll das alles noch zu vertreten sein? Wie moralisch demütigend ist diese Entscheidung nun für uns Amateure? Wie kann man das den eigenen Spielern noch erklären?

Man bemüht sich seit Monaten um Parolen durchzuhalten. Macht Stunden an Online-Training, fährt zu Weihnachten und Co. durch die Gegend, um jedes Kind im gewissen Alter zu erreichen. Sorgt für andere Überraschungen und Wettbewerbe, nun kommt so ein Tiefschlag der Politik? Es tut mir leid und bei allem Respekt, aber hier ist wirklich nun ein Limit erreicht, welches keine sinnvolle Erklärung mehr liefert, hier dieses zu verstehen, respektieren und vor allem den eigenen Spielern verständlich zu machen.

Thorsten Kraut - Jugendleiter Spvg 20 Brakel

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