SAISON 2020/2021

ABBRUCH ODER FORTSETZUNG?

07. April 2021, 17:57 Uhr

Während in manchen Landesverbänden schon seit längerer Zeit ein Abbruch der Saison 2020/2021 beschlossen wurde, gibt es in anderen noch Hoffnung auf eine Fortführung. Gleiches gilt auch für die Regionalligen. Im Westen und Südwesten geht es mit großen Schritten auf das Saisonfinale zu, im Nordosten wurde die Liga vor wenigen Tagen abgebrochen.

Doch wo genau ist eine Saisonfortsetzung noch möglich und wo müssen sich die Teams schon auf einen ungewollt langen Sommer vorbereiten? Hier der Überblick zu den 21 Landesverbänden und fünf Regionalligen.

Baden: Der Badische Fußball-Verband fragte zuletzt seine Vereine, wie mit der aktuellen Saison umgegangen werden soll. 40 Prozent sprachen sich dabei für eine sportliche Entscheidung der Serie aus, 35 Prozent bevorzugten eine sofortige Beendigung der Saison. Nach einer neuen Beschlussvorlage heißt es nun, dass der Spielbetrieb spätestens am 9. Mai wieder starten müsse, sonst wäre eine Fortsetzung unmöglich. Eine Entscheidung soll nach Ostern getroffen werden.

Bayern: Schon im Juni des vergangenen Jahres sorgte der Bayerische Fußball-Verband für Klarheit und setzte die Saison 2020/2021 aus. Die vergangene und unterbrochene Saison sollte einfach dann wieder fortgesetzt werden, sobald der Amateursport in Deutschland wieder erlaubt ist. Nun gibt der BFV die Hoffnungen auf eine Fortsetzung des Amateur-Spielbetriebs nicht auf. Um die ausstehenden Spiele der Punkt-Runden zu Ende zu bringen, braucht es einen nahezu uneingeschränkten Trainingsbetrieb ab spätestens 3. Mai. Sollte ab dem 19. April 2021 kein flächendeckender Trainingsbetrieb mit Kontakt in Bayern möglich sein, ist die Durchführung des Ligapokal-Wettbewerbs nicht mehr möglich. Diese Regelung gilt nicht für die Regionalliga Bayern, für die noch eine gesonderte Entscheidung zu treffen ist.

Berlin: Am 17. März machte der BFV eine große Videoschalte mit allen Vereinen und erklärte die Möglichkeiten zum Umgang mit der Saison. Nach einer Abstimmung der Vereine und dem großflächigen Wunsch eines Abbruchs, wurde dieser nun formal eingeleitet. Weitere Entscheidungen werden Ende April getroffen.

Brandenburg: Nach den Beschlüssen der Regierung herrschte in Brandenburg Ernüchterung. Deshalb traf sich der Krisenstab des Fußball-Verbandes am 24. März und debattierte über die Behandlung der aktuellen Serie. Eine Entscheidung soll am 29. März im Vorstand getroffen werden.

Bremen: Der Verbandsspielausschuss des BFV wird einen Saisonabbruch vorbereiten und eine finale Entscheidung hierzu in der Woche vom 12. bis zum 18. April anhand der Situation zu diesem Zeitpunkt treffen. Im Falle eines Abbruchs würde die Saison komplett annulliert werden. Die Staffeleinteilung der Saison 2020/2021 bildet dann die Grundlage für die Staffeln in der Saison 2021/2022.

Hamburg: Der Meisterschaftsspielbetrieb des Spieljahres 2020/2021 wird in allen Bereichen des Fußballs (Herren, Frauen, Mädchen, Junioren) und im Futsal (Herren, Frauen, Mädchen, Junioren) vorzeitig mit Datum des 04.03.2021 beendet. Innerhalb des HFV findet kein Auf- und Abstieg statt.

Hessen: Der Hessische Fußball-Verband steht vor einem Abbruch und einer damit einhergehenden Annullierung der Meisterschaftswettbewerbe (einschließlich aller Entscheidungs-, Aufstiegs- und Relegationsspiele, des Ü-Bereichs und Futsal-Ligaspielbetriebs). Die finale Entscheidung hierzu wird durch den Verbandsvorstand in einem formalen Umlaufverfahren getroffen. Danach würde durch den Abbruch die Saison annulliert werden. Somit würde kein Aufstieg und kein Abstieg stattfinden.

Mecklenburg-Vorpommern: Der Landesfußballverband Mecklenburg-Vorpommern (LFV) sowie die Kreisfußballverbände Schwerin-Nordwestmecklenburg, Vorpommern-Greifswald, Warnow und Westmecklenburg werden die laufende Spielzeit 2020/2021 vorzeitig beenden. Von dieser Regelung ausdrücklich ausgenommen sind die Landespokalwettbewerbe der Herren um den Lübzer Pils Cup und der Damen um den Polytan-Cup. Die Pokalsieger sollen nach Möglichkeit weiterhin sportlich ermittelt werden, unter Umständen auch über das offizielle Saisonende am Ende Juni hinaus. Selbige Optionen werden für die jeweiligen Kreispokalwettbewerbe im Bereich der Herren und Damen vorgehalten. In sämtlichen Ligen wird es keine sportlichen Absteiger geben. Allen Vereinen wird jedoch die Möglichkeit eingeräumt, sich innerhalb des Meldefensterns im Vereinsmeldebogen im DFBnet (15. April bis 1. Juni) für die Saison 2021/2022 freiwillig in die nächsttiefere Spielklasse einordnen zu lassen. Aufsteiger in die nächsthöhere Spielklasse sind derweil angedacht. Diese werden größtenteils anhand der im Vorfeld der Serie beschlossenen Regelungen unter Anwendung der Quotientenregel auf die Tabellenstände vom 1. November 2020 ermittelt. Eigenständige Regelungen für den weiteren Umgang mit der Saison in ihrem eigenen Zuständigkeitsbereich werden derweil die beiden Kreisverbände Mecklenburgische Seenplatte und Nordvorpommern-Rügen treffen.

Mittelrhein: Die spielleitenden Stellen im Senioren- und auch im Jugendbereich beschäftigen sich weiterhin intensiv mit allen Fragen und Optionen rund um den Spielbetrieb im FVM, berücksichtigen die Vorgaben, die sich aus der Coronaschutzverordnung des Landes NRW für den Amateursport ergeben, und werden die Vereine über die weiteren Entwicklungen informieren.

Niederrhein: Die jüngsten Entwicklung (u.a. weiter ansteigende Inzidenzwerte und die aktualisierte NRW-Coronaschutzverordnung) lassen eine Annullierung der Meisterschaftssaison 2020/2021 näher rücken. Vor Ostern wird jedoch voraussichtlich nicht darüber entschieden werden.

Niedersachsen: Fußballsaison wird in Form der Annullierung abgebrochen. Auf- und Absteiger wird es deshalb nicht geben. NFV-Präsident Günter Distelrath sagt: "Wir haben unsere Entscheidung schweren Herzens getroffen. Wir erachten eine rechtzeitige Aufnahme eines uneingeschränkten Mannschaftstrainings und Spielbetriebs für nicht mehr realistisch. Selbst im besten Fall würden wir vor Mitte Mai nicht zu einer Wiederaufnahme des Spielbetriebs kommen, denn nach so langer Pause würde eine nur zweiwöchige Vorbereitungszeit sicherlich nicht ausreichen."

Rheinland: Der Punktspielbetrieb der Saison 2020/2021 wird in allen Spiel- und Altersklassen eingestellt, die bisher ausgetragenen Begegnungen werden annulliert, Auf- und Absteiger wird es nicht geben: Diese Entscheidung hat der Beirat des Fußballverbandes Rheinland auf Antrag des FVR-Präsidiums am 27. März einstimmig und ohne Enthaltung getroffen. Der Bitburger Rheinlandpokal, der Rheinlandpokal der Frauen sowie die IKK-Rheinlandpokale der Junioren sollen zu Ende gespielt werden, sofern die Verfügungslage dies erlaubt. Auch die Bitburger Kreispokalwettbewerbe sollen nach Möglichkeit sportlich beendet werden.

Saarland: Der Vorstand des Saarländischen Fußballverbandes (SFV) hat am 26. März einstimmig beschlossen, die Saison 2020/2021 für alle Meisterschaftswettbewerbe der Herren-, Frauen-, Jugend-, Mädchen- und Ü-Mannschaften abzubrechen. Es gibt keine Auf- und Absteiger. Der Spielbetrieb soll – sofern es die Pandemielage zulässt – am ersten Augustwochenende bei den Ligen mit 18 Mannschaften wieder beginnen. Über die detaillierten Spielpläne wird der SFV zu gegebener Zeit informieren.

Sachsen: Direkt nach den neuen Corona-Beschlüssen der Bundesregierung wurde die Beendigung der Meisterschaften Mitte März eingeleitet. Der SFV empfiehlt das darüber hinaus auch den Kreis- und Stadtfußballverbänden. Der Sachsenpokal allerdings soll noch sportlich entschieden werden.

Sachsen-Anhalt: Als zweiter Landesverband hat der FSA den Spielbetrieb am 15. März abgebrochen. Absteiger wird es nicht geben, über einen möglichen Aufsteiger wird fallweise entschieden.

Schleswig-Holstein: Schon am 10. März hat der Schleswig-Holsteinische Fußball-Verband den Spielbetrieb der aktuellen Saison eingestellt. Freundschaftsspiele könnten allerdings ab Anfang Mai wieder möglich sein und auch der Regionalliga-Aufstieg soll sportlich entschieden werden.

Südbaden: Dass der Spielbetrieb bis zum 9. Mai mit ausreichend Vorbereitungszeit wieder aufgenommen werden kann, werde immer unwahrscheinlicher, heißt es vom SBFV. In den kommenden Tagen gibt es nun einen Austausch in den Gremien, ein Abbruch scheint aber sehr wahrscheinlich.

Südwest: Wegen der anhaltenden Corona-Pandemie hat der Südwestdeutsche Fußball-Verband die Saison in allen seinen Spielklassen sofort und damit unvollständig beendet werden muss. Eine sportlich faire Beendigung der Spielzeit 2020/2021 sei nicht möglich, begründete die Verbandsführung die Entscheidung. In den regionalen Spielklassen gibt es keine Auf- und Absteiger. Sofern für überregionale Ligen Aufsteiger oder Qualifikanten gemeldet werden können, soll dies mittels der Quotientenregelung erfolgen. Die Spiele der Futsal-Regionalliga Südwest sind von dieser Feststellung nicht betroffen. Sie sollen nach Maßgabe der staatlichen Verfügungen noch durchgeführt werden.

Thüringen: In Abstimmung mit dem Vizepräsidenten des TFV für Spielbetrieb und Recht werden die für einen Abbruch der Saison notwendigen Schritte eingeleitet. Die jeweiligen Ausschüsse erarbeiten die Entscheidungen für die jeweiligen Bereiche (Frauen, Männer und Jugend) in den Sitzungen der zuständigen Gremien. Die von ihnen getroffenen Beschlussvorlagen soll der Vorstand des TFV auf seiner Sitzung am 19. April 2021 bestätigen. Votiert der Verbandsvorstand dafür, wird die Saison 2020/21 in allen Spiel- und Altersklassen von den Kreisklassen bis zur Thüringenliga abgebrochen. Favorisiert wird dabei ein Abbruch der Saison ohne Auf- und Absteiger, wobei für einen Aufstieg in überregionale Spielklassen (Oberliga) auch Ausnahmeregelungen vorstellbar sind.

Westfalen: Im Fußball- und Leichtathletikverband Westfalen ist die Lage ungewiss. Erstmal soll die neue Corona-Schutzverordnung des Landes NRW abgewartet werden und dann wird am 29. März zu einer großen Pressekonferenz gebeten. Ein Abbruch ist wahrscheinlich.

Württemberg: Am 9. April möchte der WFV darüber beraten, ob und wie die aktuelle Saison weitergeführt wird. Bis zum 9. Mai muss dabei der Spielbetrieb wieder möglich sein, auch wenn die Hoffnungen darauf in Württemberg gering sind.

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